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    Literatur Geschichte




    Posted on July 11th, 2009 by Hannes
    Der Zerfall des römischen Reiches seinerseits bewirkt ein Aufblühen regionaler und nationaler Sprache und Literatur, die sich anfangs jedoch aufgrund ihres Ursprung im Klosterwesen und an den Höfen der europäischen Könige eng im religiösen, philosophischen und spirituellen Kontext bewegt. Bibelübersetzungen aber auch Adaptionen von medizinischen und philosophischen Werken arabischen oder jüdischen Ursprungs beispielweise lassen eine neue Welle der literarischen Produktion und Reflexion aufleben - trotz oder womöglich auch aufgrund der Reconquista und damit verbundenen Vertreibung der Araber und Juden aus Spanien und bald aus großen Teilen Europas.

    Während das Mittelalter weiterhin auf die Verbreitung religiöser - also vor allem christlicher - Inhalte setzt und das meist nicht des Lesens oder Schreibens mächtige Volk der Bauern und Tagelöhner keinen direkten Zugang zur Literatur findet, entwickelt sich dennoch nach und nach eine Bestrebung, nicht nur die Sprache, sondern auch die Inhalte der Literatur enger an die Bedürfnisse der Großzahl der Bevölkerung zu binden.

    Die Übersetzung der Bibel in die jeweiligen Nationalsprachen im ausgehenden Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit macht hier einen signifikanten Anfang. Die Entwicklung des Buchdrucks und die Spezialisierung der mittelalterlichen Gesellschaft im Sinne von Arbeitsteilung, wie aber auch das aufstrebende Großbürgertum und die daraus entspringenden Mäzenen, geben der Literatur als bloße Kunstform neue Impulse. Hofdichter, Chronisten, Übersetzer und Philosophen erleben eine Renaissance bzw. eine nie zuvor dagewesene Beachtung und Förderung.


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